Sie trieben ihn mit Knüppeln und Peitschen durch die Nacht. Es war eine schöne, warme, sternenklare Sommernacht. Eigentlich viel zu schön für so ein Szenario.
„Lauf Neger, lauf!“ oder „Wir kriegen dich, du schwarzes Schwein!“ riefen Sie und trieben ihn über ein offenes Feld. Der Vollmond war so hell, sie brauchten ihre Lampen und Fackeln eigentlich nicht. Auch die Gewehre und den Strick nicht. Sie trieben ihn einen Hügel hinauf, hinauf zu einem Baum.
Du hättest ihre Augen sehen sollen, voller Hass. Selbst die der Frauen und Kinder und erst seine, voller Angst.
„Du willst Freiheit? Hier am Baum hast du sie, du Neger! Hier, das Feld, ist es dir frei genug?“ und spuckten ihm ins Gesicht und warfen mit Steinen.
„Hier kommt deine Freiheit, Neger!“ und fesselten seine Hände auf den Rücken. Sie legten ihm die Schlinge um und zogen.
„Seht, da hängt er, der Neger der von Freiheit träumt!“ und lachten ihn aus.
„Da zappelt er!“ und höhnten weiter.
Als man sie später fragte was er getan hatte, denn er war ein guter Arbeiter. Da sagten sie er habe zufällig im Radio jemanden sagen hören: „I have a dream…!“
und dabei so ein glitzern in den Augen bekommen. Und vor Aufregung ein Glas zerbrochen.
Der Polizist, der diese Frage stellte, schüttelte den Kopf: „Diese Neger!“
24.01.2008

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