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Luftschlösser

Luftschlösser

Alles kannst du mir nehmen, doch lass mir zumindest meine Luftschlösser! Jahre meines Lebens verbrachte ich mit ihrem Bau, schichtete mühevoll Stein auf Stein. Sie waren der einzige Grund meines Daseins, wurden im Laufe der Zeit gar zur Rechtfertigung meiner Existenz.

 

Gleich einem Sultan wandelte ich in ihnen wie in einem Palast. Nichts könnte sie zerstören, dachte ich. Doch wie all die Dinge, die scheinbar unzerstörbar sind, kommt irgendwann der Tag, an dem sie sich selbst zerstören. Diese Luftschlösser, das bist du! Es sind Träume, die mir niemand nehmen kann, bis auf dich.

 

Auch wenn du mir nun schon endgültig jegliche Hoffnung genommen hast, so lass mir doch meine Träume! Sie sind unschuldig, verletzen niemanden, nur Spielereien, alles Eigenschaften, die Träume eben an sich haben. Ich bin ein Träumer. Komm mit mir, reiche mir deine Hand, ich mache dich zur Königin meiner Luftschlösser. Selbst jetzt, da alles schon besiegelt ist, kann ich nicht aus meinen Träumen entfliehen. Was ich in meinen Träumen tat wird auf ewig ein Geheimnis bleiben. Wenn du nur wüsstest! Doch du weißt es nicht. Niemand weiß es, bis auf mich.

 

 Ganze Städte erbaute ich in einsamen Nächten, ließ Gärten selbst in der Wüste anlegen, Kriege wurden gar nicht erst geführt, denn es gab nichts dessen es wert gewesen wäre zu kämpfen, da ein jeder alles hatte das er brauchte. All das erschuf ich nur für dich, für meine Königin und das, obwohl ich mir stets um meiner hoffnungslosen Aussichten bewusst war. Was hätten wir erst gemeinsam geschaffen? Eine unlösbare Frage, die auf ewig einer Antwort harren wird. Eine Frage, wie sie sich nur ein Träumer stellen kann. Ich darf sie stellen jetzt da meine Luftschlösser dem Untergang preisgegeben sind, ist es ohnehin egal. Was habe ich noch zu verlieren?

 

 Hör mich an meine geliebte Königin, gewähre mir eine letzte Bitte: Sieh dir meine Luftschlösser, die ich für dich erbaute ein letztes Mal an, bevor du sie zerstörst. Ich möchte nur wissen, ob sich all der Aufwand gelohnt hat. Ich weiß, es ist eine seltsame Bitte, sie stammt schließlich auch von einem Träumer, doch nun, da es ohnehin kein zurück mehr gibt, erlaube ich dir einen letzten Blick darauf. Lehnst du ab, so war meine Existenz umsonst. Verschwendetes Leid. Du wärst der Welt die ich schuf nicht würdig gewesen. Meine Luftschlösser wären auf einem Irrtum erbaut worden. Würdest du jedoch meine Bitte erhören und deinen letzten Blick darauf mit einem Lächeln beschließen, so wäre ich glücklich: Mein Dasein hätte einen Sinn gehabt!


(Georg Ebster) liegen die Rechte und die Verantwortlichkeit.
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exzellent
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 darkozean (20.Januar. 10)
Was soll man noch sagen außer großartig?^^